räuber fragt:
»
Wie ernährt ihr euch?
Achtet ihr da ganz genau drauf, esst ihr Fleisch, was esst ihr?
Welche Bedeutung hat Essen für euch?
Gibt es eine optimale Ernährung?«
Zunächst zur Frage »
Wie ernährt ihr euch?«
Ich ernähre mich naturtrieb-gemäß von ausschließlich völlig Unbearbeitem roh.
Dazu gibt es (meines Erachtens) leider eine Menge hinzuzusagen.
Naturtrieb-gemäß heißt: nach Maßgabe des Geruchs- und Geschmackssinnes. Völlig Unbearbeitet heißt: in keinster Weise zubereitet (weder durch Hitze noch durch Mischen, Würzen, Zerraspeln oder Pürieren).
Für das Ganze gibt es unter denen, die sich ebenso ernähren, das geläufige Fremdwort Instinktive Ernährung.
Bei dieser Ernährung erweist sich nahezu alles, was man über die übliche (gekochte und küchenrohe) Ernährung zu wissen glaubt, als ziemlicher Unsinn.
Was am allermeisten auffällt, ist daß man unter ausschließlich Instinktiver Ernährung meist nicht mehr einfach drauflos essen kann, wie man das von (heiß oder kalt) Zubereitetem gewohnt ist, weil einem der Geschmackssinn häufig einen dicken Strich durch diese Rechnung macht.
Sehr häufig erscheint einem etwas völlig ungenießbar oder ganz besonders gut genießbar. Ist Letzteres der Fall, so läßt die Genießbarkeit nach einer unvorhersehbaren Verzehrmenge sehr stark nach.
Ißt man dann weiter, so wird der Geschmackssinn die eben noch als hochgenießbar empfundene Nahrung in Kürze als ungenießbar empfinden. Dies nennt man die Sperre. Die muß sich nicht unbedingt durch den Geschmacksinn bemerkbar machen, sondern kann sich auch in einer Schluckhemmung äußern.
Ißt man auch dann noch weiter, so wird der der Verzehr zur Qual.
Dies läßt sich bei grundsätzlich allen (urbelassen rohen) Nahrungsarten, gleich ob es sich um Gemüse, Obst, Tierisches oder Nüsse handelt, nahezu immer erleben.
Aus diesem Grunde ist es unter Instinktiver Ernährung eigentlich nahezu unmöglich, sich (wie das bei Kochkost leicht möglich ist) den Magen vollzuschlagen. Lediglich mit gezüchteten Nahrungen klappt das, wenn man mehrere Nahrungen hintereinander ißt. Und bei überzüchteten Nahrungen reicht hierzu sogar oft der Verzehr nur einer einzigen aus. Mit Wildwachsendem kommt dies, wenn man nicht gerade Anfänger ist, eher selten vor vor.
Aufhören mit dem Weiterverzehr sollte man aber spätestens dann, wenn die geschmackliche Empfindung ins Ungenießbare übergegangen ist. Ißt man dann dennoch weiter und tut dies regelmäßig, so wird es zu gesundheitlichen Leiden kommen.
In Sachen Gesundheit: schon bald, nachdem ich angefangen hab, mich instinkto zu ernähren, bin ich von Erkrankungen nur noch sehr selten, und wenn, so vergleichsweise nur sehr leicht, betroffen. Und Verletzungen heilen erheblich schneller aus als zu meinen Kochi-Zeiten. Eiternde Wunden gehören der Vergangenheit an. Lediglich kleine Fremdkörper (wie Holzspäne, Stacheln oder Dornen) in der Haut können manchmal noch winzigste Eiterungen hervorrufen.
Zudem ist mir aufgefallen, daß diese Verpflegungs-Form mich jeweils deutlich sowie erheblich zu mehr Belastbarkeit, Durchhalte-Vermögen, Auffassungs-vermögen und Lernfähigkeit befähigt.
»
esst ihr Fleisch«
»
?«
Anfangs versuchte ich, diese Ernährung vegan durchzuführen, zumal einige psychopathische Scheinrohkost-Veganer ziemlich militant dazu auffordern
. Dies gefiel mir (in der Erwartung ohne Geld für Fleisch-Kauf von ausschließlich wildwachsender Natur leben zu können) trotzdem. Das Befolgen der Aufforderung hatte jedoch jedesmal zur Folge, daß mir nach einiger Zeit nach und nach nichts mehr oder fast nichts mehr urbelassen Rohes genießbar erschien.
Nach einiger Zeit heißt:
· unter mitteleuropäischer Frühlingswildnis-Verpflegung wenige Tage;
· unter mitteleuropäischer Anbau-Verpflegung wenige Wochen;
· unter südeuropäischer Anbau-Verpflegung wenige Monate;
· unter tropischer Anbau-Verpflegung wenige Jahre.
Weil der geschmacks-widrige Weiterverzehr wie gesagt gesundheitlichen Schaden anrichtete (vor allem an den Zähnen, desweiteren vorübergehend Magendrücken), hab ich zunächst eben (um nicht ständig Beinahe-fasten zu müssen) immer wieder erneut auf Küchenrohkost (also auf kalt Zubereitetetes durch Mixen, Würzen oder Raspeln; insbesondere auf Wildgrüpn-Salate), zugegriffen.
Als ich immer mehr merkte, daß dies meine Zähne ebenso angreift, wie der geschmacks-widrige Verzehr der Einzelnahrungen, nahm ich auch wieder Heiß-Zubereitetes mit hinzu.
Doch auch dies ging auf Dauer nicht gut, hatte dieselben Nachteil wie die Küchenrohkost und verursachte mir zusätzlich Entzündungen und Eiterpusteln auf der Haut.
Als ich dies dann ziemlich schmerzhaft auch am Zahnfleisch hatte, war bei mir Schluß mit (zubereiteten) Ausnahmen.
Weil konventionelles Fleisch einen abartigen Geschmack hat (da die Tiere aus kommerziellen Gründen üblicherweise große Mengen an Futtermitteln verabreicht bekommen), begann ich erstmal mit Kerbtieren (lateinisch: insecta) vorlieb zu nehmen: Mehlwürmer, Heuschrecken, Heimchen, Maikäfer.
Da diese nur sehr bedingt verfügbar waren, gewöhnte ich mich dochnoch an den (abartigen) Geschmack konventionellen Fleischs.
Bis mir (urbelassen roher) Fisch wirklich gut schmeckte, vergingen etliche Jahre. Doch auch Fisch ist bisweilen mit Futtermitteln verdžankt; nämlich immer dann, wenn er in Aquakultur aufgewachsen ist… Zudem wußte ich damals noch nicht, daß tierische Nahrung mindestes einige Tage lang kühl oder sehr trocken zu lagern hat, bevor der Geschmackssinn wirklich Gefallen daran finden kann.
Mittlerweile bin ich von konventionellem Tierischen wieder weggekommen, da es aufgrund der Futtermittelzugaben eigentlich nicht nur keine Rohkost mehr ist, es auch die Beweglichkeit Gelenke beeinträchtigt.
Zum Glück habe ich Bezugquellen, deren Fleisch vollkommen bis nahezu naturrein ist.
Dem ist noch hinzuzufügen, daß auch so manche pflanzliche Handels-"Rohnahrung" nicht wirklich roh ist wegen zu heißem Trocknen, Heißwasser-Bädern, Schockfrostung bzw· Bestrahlung. Solcherlei Behandlung bewirkt häufig, daß die (weiter ober bereits erwähnte) Sperre zu spät einsetzt oder gar ausbleibt.
»
Gibt es eine optimale Ernährung?«
Ich denke, daß diese Frage durch meine Schilderung bereits beantwortet ist.
Allerdings scheint es alles andere als optimal zu sein, mit dieser Ernährung der Einzige unter Schenkern sein zu wollen. Daß meine Mitmenschen sich anders ernährten, spielte zwar eigentlich kaum eine Rolle, trägt aber nicht dazu bei, vollkommen nutzlose Bestimmungen seitens der Anwesens-Verantwortlichen hinsichtlich der Flächennutzung hinreichend entgegenzutreten.
Folglich scheint mir weitgehendes (geschweige denn vollständiges) Verzichten auf Geld als Einzelner weder unter konventionell Bürgerlichen noch unter Schenkern durchziehbar zu sein. Die schwerpunktmäßigen Anliegen der einzelnen Teilnehmer und Anwesens-Verantwortlichen waren meinerzeit in entscheidenden Angelegenheiten einfach zu unterschiedlich gewesen. Als dann noch ein Nebenverantwortlicher seine eigenen riesigen Kosten nach Bankster-Art hartnäckig auf die Belegschaft abzuwälzen versuchte, sah ich erstmal keinen sonderlichen Unterschied mehr zwischen Schenkertum und konventionellem Bürgertum.
Zwar erwog ich im HdG ernsthaft, mich für den Frühling (2007) wieder ausschließlich Wildwachsen zu ernähren. Aber die mit dieser (Beinahe)Fasten-Ernährung auftretende Höchstempfindsamkeit (geläufig unter dem englischen Ausdruck High Sensibility) läßt mir diese Verpflungs-Art lediglich in abgelegener Natur als sinnvoll erscheinen. Jedenfalls nicht unter dem in Dargelütz an der Tagesordnung gewesenen Kettensägen- und Rasenmäher-Wahn und auch nicht unter dem Baumaschinenlärm der Waldschänder. Desweiteren habe ich keine Lust, in nieder-energischem Zustand Wanderer anzutreffen bzw· von irgend jemandem aufgegriffen zu werden.
Wenn es allerwenigstens reichlich Maikäfer gegeben hätte oder ich einen Angelschein gehabt hätte, hätte ich (dank dadurch etwas höherem Energie-Pegel) vielleicht trotz des (unter dieser Ernährung so empfundenen) Tollhaus-Treibens brauchbare Möglichkeiten gefunden, die hochsensibel machende Wildnis-Ernährung-Ernährung doch noch durchzuziehen.
Ausführlichere Angaben unter "www.urvival.de"; insbesondere auf den Seiten
4,
5,
6,
7 und
8.
Desweiteren achte ich aus sehr vorteilshaften Gründen darauf, daß nur eine Art von Nahrung oder höchstens einander sehr ähnelnde Nahrungen im Magen liegen, was zur Folge hat, daß ich mittags die schnell verdauenden Nahrungen (süßes Obst) und die langsam-verdauenden (fett- und einweiß-reiches) erst Abends esse. Ist die Verfügbarkeit meiner Nahrung bedarfs-gerecht, so hab ich keine Lust auf Frühstück.
Es gibt für mich nur zwei sinnvolle Lebensstile:
· Entweder einen Beruf (der mir Freude macht) mit hohem Einkommen ausüben, welches mir die besagte besagte Ernährung in voller Auswahl und Verfügbarkeit ermöglicht;
· Oder mich als Jäger, Fischer, Sammler und erforderlichenfalls zusätzlich als Gärtner ähnlich wie Naturvölker (allerdings in besagter roher SpielArt und in entsprechender Gesellschaft) mich in einer üppig wild fruchtenden und ebenso kleintierreichen naturreinen Naturgegend zu betätigen.
Alles Dazwischenliegende betrachte lediglich als Notlösung.
Für am allersinnvollsten finde ich es, wenn jederzeit stets
beide (äußerste) Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Obwohl ich es besser finde, auschließlich Natur-UrMensch zu sein anstelle außschließlichen Gewerbe-Mensch-Seins, würde ich nicht nur das Bevorzugte einseitig sein wollen, sondern alle 80 Tage recht gerne vom einen zur anderen Lebensstil wechseln. Dies halte ich für wahre Freiheit und Menschenwürdigkeit.
Salute